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Das Internat der Max-Ernst Schule in Euskirchen

"Zuhause ist da, wo man sich wohlfühlt"

"Zuhause ist da, wo man sich wohlfühlt" Das Internat der Max Ernst Schule hat die spezielle Aufgabe, mehrfach- und schwerstbehinderte gehörlose, hochgradig schwerhörige oder zentral auditiv wahrnehmungsgestörte SchülerInnen im Alter von fünf bis 21 Jahren im gesamten außerschulischen Bereich zu betreuen. Das Internat hat einen eigenständigen pädagogischen Auftrag mit einem ganzheitlich, heil- und sonderpädagogischen Ansatz.

Erziehung, Förderung, Bildung, Pflege und Betreuung bilden eine pädagogische Einheit. Die im Elternhaus begonnene Erziehung ist zu intensivieren, zu unterstützen und zu ergänzen. Durch vielfache Impulse in der Gruppe und in der Einzelförderung soll das mehrfach- und schwerstbehinderte, hörgeschädigte Kind bzw. der Jugendliche oder junge Erwachsene zur bestmöglichen Entfaltung aller seiner körperlichen, seelischen und geistigen Anlagen geführt werden. Die Mängel und Lücken in seiner Entwicklung sollen so weit wie mölich behoben werden. Wichtigstes Erziehungsziel ist die volle bzw. teilweise Integration je nach Art und Schwere der Behinderung in die Lebens- und Berufsgemeinschaft der Hörenden, in deren Mitte sie später leben müssen. Diese Integration muss schrittweise hier vor Ort beginnen. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Internat, Schule und Elternhaus sowie Außenkontakte sind Grundlage der pädagogischen Arbeit. Schule und Internat liegen nah zusammen, man kann sich schnell erreichen und dadurch wirksam kooperieren. Um einer "Entfremdung" zwischen Elternhaus und Internat/Schule entgegenzuwirken und im Hinblick auf die Integration ins Umfeld zu Hause wurde die Fünf-Tage-Woche im Internat eingeführt. Die Schüler verbringen somit die Wochenenden und Schulferien in ihrer Familie. Um den hohen Anspruch der Tätigkeit erfüllen zu können, hat ein großer Teil der Erzieher und Erzieherinnen Zusatzausbildungen, u.a. staatlich anerkannte/r Heilpädagogin/Heilpädagoge, Montessori-Diplom, Ökothrophologin, Hauswirtschafterin, Jungendleiterin/Jugendleiter. Sie verfügen außerdem über langjährige Erfahrung in der Erziehung Hörgeschädigter.

Die Intensivierung der Arbeit erfolgt durch Team-, Fall- und Gruppenleiterbesprechungen, Konferenzen, Supervision und Gebärden-AG. Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin bzw. Heilerziehungspfleger und zur Heilpädagogin bzw. Heilpädagoge erfolgt hier berufsbegleitend. In acht Internatsgruppen mit je acht Mädchen und Jungen sind jeweils drei ErzieherInnen bzw. HeilpädagogInnen tätig. Außerdem arbeiten in einzelnen Internatsgruppen Heilerziehungspfleger/innen und Berufspraktikanten (ErzieherInnen im Anerkennungsjahr) im Rahmen ihrer Ausbildung. Hausgehilfinnen sorgen in jeder Internatsgruppe für Sauberkeit, Hygiene und Hilfestellung im pflegerischen Bereich.

Für die gesundheitliche Betreuung und Prophylaxe, Betreuung kranker Kinder und besonders für Risikofälle stehen eine Krankenschwester im Tagdienst und eine Krankenschwester als Nachtwache zur Verfügung. Leben in familienähnlichen Gruppen mit wohnlicher Atmosphäre vermittelt Geborgenheit. 6 Bungalows angrenzend zur Schule
Hier wohnen die SchülerInnen in sechs Einzelbungalows. Jeder Gruppe stehen ein Essraum, ein Tagesraum, eine kleine Küche, vier Schülerzimmer, ein Dienstraum sowie zwei bis drei Räume zur individuellen Nutzung zur Verfügung. Sanitäranlagen sind in vier Gruppen speziell für Körperbehinderte eingerichtet. Das auf dem Schulgelände befindliche frühere Gebäude des Gehörlosenheims ist mit dem Schulneubau für zwei Internatsgruppen mit je acht Plätzen und einer Wohntrainingsgruppe für vier Jugendliche umgebaut worden. Außerdem stehen in dem modernisierten Altbau Räume für Therapie, Freizeit, Krankenschwester, Verwaltung und Gäste zur Verfügung. Im Internatsgelände befinden sich ein von Schülern und Erziehern selbstgebauter Grillplatz mit offenem Kamin sowie Spiel- und Klettergeräte. Der Aufgabenbereich in der Gruppe umfasst die Unterstützung des schulischen Lernens durch Hausaufgabenbetreuung und Kommunikationsförderung.
hier wird gegessenLebenspraktisches Lernen wird in den alltäglichen Situationen gefördert Einen hohen Stellenwert hat die Freizeitgestaltung, da sie für jeden Menschen in der heutigen Zeit und in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Für den mehrfach- und schwerstbehinderten, hörgeschädigten Schüler, der in seine m Berufs- oder Arbeitsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt ist, und hier nicht immer Befriedigung finden wird, trifft dies besonders zu.
eine Schülerin beschäftigt sich mit lesenDie Freizeitinteressen- und beschäftigungen müssen einen Ausgleich schaffen, um damit einen Beitrag zur seelischen Ausgeglichenheit und zur Integration bzw. Teilintegration zu leisten. So wird in einzelnen Gruppen und auch gruppenübergreifend ein möglichst breit gefächertes, bedürfnisstrukturiertes Freizeitprogramm angeboten: Sport-, Tanz-, Rhythmik-AG's, Disco, Bistro, Spielenachmittage für die Kleineren, Roller-, Rollschuh- und Radfahren, Backen und Kochen, Gartenpflege, Reiten, Judo, Kegeln, Kickern und Skatern. Der Standort von Schule und Internat in einer Kleinstadt in einem Wohngebiet begünstigen den Kontakt zur Bevölkerung und die Integration der SchülerInnen in ihr Lebensumfeld. Überschaubare Wege und Entfernungen vermitteln Sicherheit und das Selbstwertgefühl, sich orientieren zu können. Veranstaltungen und Ausflüge, die den Kontakt mit Hörenden einbeziehen, sind ein wichtiges Angebot des Internats, das den Kindern und Jugendlichen die Teilhabe am Leben der hörenden Gesellschaft erleichtert. Die Internatsgruppen nehmen teil an Volksfesten und Sportveranstaltungen, es gibt Restaurant- und Cafe`besuche, sie gehen ins Kino, ins Theater oder den Zirkus, sie beteiligen sich am Martinszug der Pfarrei St. Matthias und kegeln in einer Euskirchener Gaststätte. Zu den Höhepunkten des Internatslebens zählen Feste, Ferienfreizeiten und Zeltlager.

Mittags werden die Schüler über die Großküche versorgt, deren Räumlichkeiten im Schulgebäude untergebracht sind. Exemplarisch am Speiseplan für eine Woche ist hier PDF Datei: Exemplarischer Speiseplan zu sehen, wie ein Speiseplan für eine Internatswoche aussieht.

Erich Bornträger (ehemaliger Internatsleiter)

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